| Als Minderwuchs
oder Kleinwuchs (Hyposomie) wird, gemessen an Alter und Geschlecht,
ein primäres oder sekundäres Zurückbleiben des Längenwachstums
gegenüber dem Durchschnitt einer vergleichbaren Bevölkerungsgruppe
bezeichnet. |

Bilder: Bernd Zawatzky |
Gemeint ist das Unterschreiten des
alterschronologischen Wachstums um 40 oder mehr Prozent. Das führt zu
einer Erwachsenengröße bei Frauen von nicht mehr als 140 cm und bei
Männern von nicht mehr als 150 cm.
Ursachen von Kleinwuchs
Kleinwuchs kann verursacht sein durch
qualitativ oder quantitativ unzureichende Nahrung; auch durch
Erkrankungen der hormonbildenden Drüsen, aber auch durch eine gestörte
Hirnentwicklung. Weitere Ursachen können eine Enzephalopathie
(Erkrankung des Gehirns), eine Chromosomenanomalie (Erbgutstörung), ein
Herzfehler, Anämie (Blutarmut) und Stoffwechselleiden sein.
Zuerst: ärztliches
Gutachten Vor Beginn der
Fahrausbildung ist ein ärztliches Gutachten eines Facharztes mit
verkehrsmedizinischer Qualifikation einzuholen. Ebenfalls ist wegen der
unterschiedlichen Körperproportionen zuerst eine Sitzprobe unerlässlich.
Des Weiteren sollte vor Beginn der
Ausbildung ein amtlich anerkannter Sachverständiger für den
Kraftfahrzeugverkehr (aaS) ein technisches Eignungsgutachten zur
Festlegung etwaiger Auflagen und Beschränkungen erstellen.
Fahrzeugadaption
Die praktische Fahrausbildung dieser
Personengruppe verlangt vom Fahrlehrer ausreichende Kenntnisse über
Fahrzeugadaptionen. Bei der Umrüstung des Fahrschulwagens sind, je nach
Größe der Person, Pedalverlängerung und/oder Pedalerhöhung,
gegebenenfalls mit Sitz- und Bodenerhöhungen, erforderlich.

Pedalverlängerung mit Bodenerhöhung
Im Einzelfall können auch Umbauten wie bei
der Ausbildung von Querschnittsgelähmten notwendig sein; z.B. Beispiel
ein Handgerät zur beinlosen Bedienung in Verbindung mit einer speziellen
leichtgängigen Servolenkung. Bei besonders ungünstigen
Kräfteentwicklungen oder Körperproportionen muss jedoch eine
individuelle Anpassung des Fahrschulwagens erfolgen. Zu bedenken ist
auch ein ausreichender Abstand zum Airbag. Hier sind Sonderlösungen wie
der Einsatz einer Joysticklenkung möglich. Ähnliche Fahrzeugumbauten
können im Fall von Osteogenesis imperfecta erforderlich sein.

Beispiel für eine einfache Pedalverlängerung
Glasknochen
(Osteogenesis imperfecta)
Bei diesem Krankheitsbild treten Störungen
im Aufbau des harten und weichen Bindegewebes mit abnormer
Knochenbrüchigkeit infolge einer gestörten Kollagensynthese auf. Es
handelt sich um eine genetisch bedingte Krankheit, die klinisch in
unterschiedliche Krankheitsbilder eingeteilt ist.
Vor Beginn der Fahrausbildung ist ein
ärztliches Gutachten von einem Facharzt mit verkehrsmedizinischer
Qualifikation einzuholen. Die praktische Fahrausbildung dieser
Personengruppe gestaltet sich in der Regel problemlos, da es sich um
eine rein körperliche Einschränkung handelt. Bei ungünstigen
Kräfteentwicklungen muss jedoch eine individuelle Anpassung des
Fahrschulwagens erfolgen. Mögliche Umbaumaßnahmen für die Schulung von
an Osteogenesis imperfecta leidenden Fahrschülern entsprechen jenen, die
für die Ausbildung von Kleinwüchsigen und Para- oder Tetraplegikern
infrage kommen.
Bernd
Zawatzky
Behindertenreferent des
Fahrlehrerverbandes
Baden-Württemberg e.V. |