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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 19.10.11

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe November/2010, Seite 600

Betreuung von Fahranfängern

Schluss mit FSF - was nun?

 

Der Modellversuch „Fortbildungsseminar für Fahranfänger“ (FSF) endet in Baden-Württemberg zum 31.12.2010. Die Evaluation der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) förderte keine signifikanten Einstellungsveränderungen bei dem untersuchten Personenkreis zutage. Daraufhin gab das Innenministerium Baden-Württemberg bekannt – anders als andere Bundesländer, die das Programm sofort einstellten – nach dem 31.12.2010 werde das Modell FSF nicht weitergeführt.

Die gute Nachricht: Fahranfänger, die noch in diesem Jahr einen Kurs FSF abschließen und die entsprechende Bescheinigung bei der Behörde vorlegen, kommen auch nach dem 31.12. 2010 noch in die Vergünstigung der Probezeitverkürzung von bis zu einem Jahr. Übrigens sind die Inhalte und die gewonnenen Erkenntnisse aus den Seminaren mit FSF nicht verloren, denn die Fahrlehrer können diese in die Aufbauseminare (ASF und ASP) und ebenso in den klassischen Theorieunterricht einfließen lassen.

Wie geht es weiter?

Die Frage, wie es nun weitergeht, muss angesichts der noch immer hohen Unfallbelastung junger Fahrer gestellt werden. 18- bis 24-jährige Verkehrsteilnehmer haben das mit Abstand höchste Unfallrisiko im Straßenverkehr. Im Jahr 2009 verunglückten in Deutschland insgesamt 79.814 junge Männer und Frauen dieser Altersgruppe im Straßenverkehr, 796 junge Erwachsene wurden getötet. Damit war jeder fünfte Verletzte und Getötete im Alter von 18 bis 24 Jahren, obwohl nur jeder 12. der Gesamtbevölkerung (8,3%) dazu zählte.

Durch eine Verbesserung der Fahranfängerbetreuung könnte der Schutz für junge Fahrer erheblich gesteigert werden. Ein großer Nachteil des Kursprogramms FSF war die inhaltliche Überfrachtung und die Freiwilligkeit. Sinnvoller wäre eine obligatorische Nachbetreuung der Fahranfänger. Aus dem europäischen Ausland, wie etwa Österreich, der Schweiz und einigen skandinavischen Ländern, gibt es bereits positive Erfahrungen zu obligatorischen Mehrphasenmodellen. Diese positiven Erfahrungen sollten endlich auch in Deutschland zum Zuge kommen.

BF17

Die Begleitphase nach abgeschlossener Fahrausbildung und -prüfung, wie sie „BF17“ vorsieht, ist gut und sollte weiterentwickelt werden. Davon profitiert allerdings nur ein Teil unserer jungen Fahrer – und vielleicht sogar am wenigsten die besonders Gefährdeten. Der schützenden Nachbetreuung bedürfen aber alle unserer jungen Fahranfänger. Die Deutsche Fahrlehrer-Akademie e.V. (DFA) und die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. (BVF) werden sich daher für eine obligatorische Nachbetreuung aller Fahranfänger einsetzen.

Ralf Nicolai

 

 

FahrSchulPraxis
Ausgabe November 2010

Erscheinungsdatum 15.11.2010

Ausgewählte Artikel dieser Ausgabe im WWW:

 

Inhaltsverzeichnis

 

EDITORIAL: Die StVO - ein Volksgesetz?

 

Kurz und aktuell

 

Zu Gast auf dem Lämmerbuckel: Konstituierende Sitzung des Beirats

 

Gültigkeit Theorieprüfung: Wann endet die Jahresfrist?

 

Motorradprüfungen: Fahrzeugschein ist vorzulegen

 

Vorsicht Verjährung! Vor dem Jahreswechsel: An offene Rechnungen denken

 

Info für Seminarleiter: Seminarüberwachung findet weiterhin statt

 

Motorradausbildung: Handy als Funkgerät?

 

Motorrad Total 2010: Mental trainiert fährt man besser

 

Motorrad Total 2010: Stimmen von Instruktoren

 

Betreuung von Fahranfängern: Schluss mit FSF - was nun?

 

Wettbewerbsrecht: Ist Werbung an Schulen erlaubt?

 

Demenzkranke Autofahrer: Was können Angehörige tun?

 

Gerichtsurteile: Vorfahrt im Reißverschlussverfahren (1043) Marderbiss (1042) Wartefrist für das Abschleppen (1041) Auf eigene Gefahr (1040) Zusammenstoß mit totem Reh (1039) Steinwurf von nächtlicher Autobahnbrücke ist versuchter Mord (1038) Keine Werbeanlagen neben Autobahn (1037)