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Der
Modellversuch „Fortbildungsseminar für Fahranfänger“ (FSF) endet in
Baden-Württemberg zum 31.12.2010. Die Evaluation der Bundesanstalt für
Straßenwesen (BASt) förderte keine signifikanten
Einstellungsveränderungen bei dem untersuchten Personenkreis zutage.
Daraufhin gab das Innenministerium Baden-Württemberg bekannt – anders
als andere Bundesländer, die das Programm sofort einstellten – nach dem
31.12.2010 werde das Modell FSF nicht weitergeführt.
Die gute Nachricht:
Fahranfänger, die noch in diesem Jahr einen Kurs FSF abschließen und die
entsprechende Bescheinigung bei der Behörde vorlegen, kommen auch nach
dem 31.12. 2010 noch in die Vergünstigung der Probezeitverkürzung von
bis zu einem Jahr. Übrigens sind die Inhalte und die gewonnenen
Erkenntnisse aus den Seminaren mit FSF nicht verloren, denn die
Fahrlehrer können diese in die Aufbauseminare (ASF und ASP) und ebenso
in den klassischen Theorieunterricht einfließen lassen.
Wie geht es
weiter?
Die Frage, wie es nun
weitergeht, muss angesichts der noch immer hohen Unfallbelastung junger
Fahrer gestellt werden. 18- bis 24-jährige Verkehrsteilnehmer haben das
mit Abstand höchste Unfallrisiko im Straßenverkehr. Im Jahr 2009
verunglückten in Deutschland insgesamt 79.814 junge Männer und Frauen
dieser Altersgruppe im Straßenverkehr, 796 junge Erwachsene wurden
getötet. Damit war jeder fünfte Verletzte und Getötete im Alter von 18
bis 24 Jahren, obwohl nur jeder 12. der Gesamtbevölkerung (8,3%) dazu
zählte.
Durch eine Verbesserung
der Fahranfängerbetreuung könnte der Schutz für junge Fahrer erheblich
gesteigert werden. Ein großer Nachteil des Kursprogramms FSF war die
inhaltliche Überfrachtung und die Freiwilligkeit. Sinnvoller wäre eine
obligatorische Nachbetreuung der Fahranfänger. Aus dem europäischen
Ausland, wie etwa Österreich, der Schweiz und einigen skandinavischen
Ländern, gibt es bereits positive Erfahrungen zu obligatorischen
Mehrphasenmodellen. Diese positiven Erfahrungen sollten endlich auch in
Deutschland zum Zuge kommen.
BF17
Die Begleitphase nach
abgeschlossener Fahrausbildung und -prüfung, wie sie „BF17“ vorsieht,
ist gut und sollte weiterentwickelt werden. Davon profitiert allerdings
nur ein Teil unserer jungen Fahrer – und vielleicht sogar am wenigsten
die besonders Gefährdeten. Der schützenden Nachbetreuung bedürfen aber
alle unserer jungen Fahranfänger. Die Deutsche Fahrlehrer-Akademie e.V.
(DFA) und die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. (BVF) werden
sich daher für eine obligatorische Nachbetreuung aller Fahranfänger
einsetzen.
Ralf
Nicolai
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